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Vorführung des Dokumentarfilms „Shusenjo 主戦場: The Main Battleground of The Comfort Women Issue“

Liebe Studierende und Interessierte,

wir laden ein zur Vorführung des Dokumentarfilms

„Shusenjo 主戦場: The Main Battleground of The Comfort Women Issue“

(2018) Regisseur: Dezaki Miki

Wann: 22. November 2019, 12:00 – 15:00 Uhr

Wo: Hörsaal 12, Hörsaalgebäude Campus Universität Leipzig

Um die japanisch-(süd)koreanischen Beziehungen ist es derzeit sehr schlecht bestellt, nicht nur politisch und wirtschaftlich, sondern auch in der gegenseitigen kulturellen Wahrnehmung und Darstellung. Nicht selten wird die Stimmung angeheizt durch: Hasstiraden über diverse Kanäle der Neuen Medien. Instrumentalisiert werden dabei immer wieder auch Konflikte und Themen, die etwas mit der kolonialen Vergangenheit zu tun haben – vor allem die der Zwangsarbeit und der Zwangsprostitution, die viele koreanische „Untertanen“ (wie auch Angehörige anderer Nationen) während des Zweiten Weltkrieges erleiden mussten.

In seinem 2018 erstmals aufgeführten Dokumentar-Film „Shusenjo: The Main Battleground of The Comfort Women Issue“ hat der japanisch-amerikanische Regisseur Dezaki Miki sich die mutige und komplizierte Aufgabe gestellt, möglichst viele Protagonisten der bereits seit Anfang, Mitte der 1990er Jahre immer wieder heftig hochkochenden Auseinandersetzungen um die euphemistisch als „Trostfrauen“ bezeichneten geschundenen Frauen und Mädchen zu Wort kommen zu lassen:

Einige der überlebenden Opfer selbst, einstige Täter, Wissenschaftler_innen, die sich seit vielen Jahren um die Aufarbeitung dieses dunklen Kapitels widmen, aber auch Geschichtsrevisionist_innen (in Japan, den USA, Korea), die es in den Dienst eigener politischer Interessen stellen, bis hin zu krudesten Leugnungen dieser Verbrechen.

Seit dem Erscheinen des Werkes sieht sich der japanisch-amerikanische Regisseur Miki Dezaki Angriffen auf seine Person selbst wie auch auf den Film ausgesetzt. Erst jüngst sollte seine Aufführung auf einem Filmfestival der Stadt Kawasaki im Großraum Tokio nach Drohungen von rechts abgesagt werden: die Sicherheit bei der Aufführung sei nicht gewährleistet. Nun wird er doch gezeigt – dank des Engagements vieler Freiwilliger, die den Organisatoren zu Hilfe kommen.

Ab 6.11.2019 wird Miki seinen Film in verschiedenen europäischen Städten zeigen – auf Einladung vor allem japanwissenschaftlicher (und auch anderer) Einrichtungen.

Wir freuen uns, den Film am 22. November auch an unserer Universität in Leipzig zeigen zu können. Herr Miki wird nach dem zweistündigen Film (englischsprachig untertitelt) ca. eine Stunde auf Fragen und Kommentare eingehen, bevor er nach Dresden weiterreist, wo der Film dann am gleichen Abend gezeigt wird.

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