Allgemein

,

Kultur- und medienwissenschaftliches Masterstudium in Leipzig

Die Cultural Studies- und kulturwissenschaftlich orientierte Japanologie an der Universität Leipzig hat mit der neu eingerichteten Juniorprofessur seit 2015 ein weiteres „Standbein“:

„Japan im Zeitalter der Neuen/Digitalen Medien“

Wir freuen uns über BewerberInnen, die sich in unserem forschungsorientierten Master-Studiengang Wissen und Kompetenzen auf diesem Feld aneignen möchten. Der enge Zusammenhang zwischen kultur- und medienwissenschaftlicher Perspektive soll künftig auch in der Lehre stärker zum Ausdruck kommen. Im Wintersemester 2016/17 starten wir das Pilotprojekt „Japan in der modernen Welt: Gemeinschaften und ihre mediale Konstituierung“.

In diesem Modul werden Kultur- und Medienwissenschaft  zusammengeführt, um zu erkunden, wie sich Vorstellungen von „Japan“ vervielfältigt haben: zunächst vor allem als ästhetische Kultur (des „Schönen“), hin zum „Land der Hochtechnologie“ und seit den 1990er Jahren auch der „J-Culture“ (Manga, Anime, Games). Untersucht wird, mit welchen sozialen und medialen Entwicklungen das einherging, wie sich das Spektrum der daran beteiligten sozialen Akteure verbreiterte und – besonders durch Technik – veränderte. Welche Rolle spielen „Kreativität“, „Contents“ oder „Gamification“ bei dieser Entwicklung?  Wie werden bestimmte Realitäten in all diesen Prozessen ausgeblendet und „vergessen“, bzw. welches Potential haben digitale Medien, diese erneut und auf andere Weise sichtbar zu machen bzw. zur Sprache zu bringen? Wir begeben uns auf die Suche nach Spuren verlorener und/oder noch zu findender Gemeinschaften.

In einem weiteren Lehrexperiment werden Probleme des gegenwärtigen Japan ins Visier genommen und untersucht, wie „Realität“ diskursiv konstruiert wird: „Wissenssoziologische Diskursanalyse als Forschungsperspektive für die Japanologie“.  Themen aus den Bereichen Demographie – die „Alternde Gesellschaft“ (darunter auch das Phänomen „Gesellschaft der vielen Tode“) – und Arbeit – „Arbeiten an den Rändern der Gesellschaft“ – werden danach befragt, wie verschiedene Akteure zu Subjekten (gemacht) werden, wie sie dabei Identitäten behaupten bzw. infrage stellen. Die beiden am Modul beteiligten Lehrenden geben damit Einblick in ihre jeweiligen „Denk- und Wissenswerkstätten“ – genannt „Promotion“ – und  führen an ein kritisches wissenschaftliches Arbeiten heran, wie es nicht nur für den „Karrierepfad Uni“, sondern auch in anderen Sphären unserer sogenannten „Wissensgesellschaft“ von Bedeutung ist.